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Bahnstromkraftwerk Bergheim – Zum Arbeitsbeginn am ersten Wehrfeld eisiger Tauchereinsatz in der Donau

Quasi noch tropfnass vom vorausgegangenen Einsatz kamen im Dezember 2019 die 36 sogenannten Dammtafeln (à 1,1 Tonnen schwer, 4 Meter breit, bis zu 1,4 Meter hoch, 30 cm dick) per Tieflader ...

von der erfolgreich abgeschlossenen Wehrtor-Revision in Bertoldsheim zur neuen Revisions-Baustelle beim Bahnstromkraftwerk Bergheim. Dort wurden die stählernen Absperrriegel per 150-Tonnen-Autokran oberhalb des knapp 25 Meter breiten, südlichen Wehrfeldes 3 in die Tiefen des Stauraums eingehoben. Sie sperren dort das Wasser aus, um den künftigen Revisions-Arbeitsbereich trocken zu legen.

Damit das reibungslos funktioniert, schickte Uniper seine Profitaucher in die eisige Tiefe des Stauraums vor dem Donaukraftwerk Bergheim. Die Helmtaucher spülten mit Hochdrucklanzen bei wenig mehr als Nullsicht Schlamm, Sediment und Geröll aus den Nuten für die 5 Tonnen schweren senkrechten H-Träger. Diese sogenannten 10 Meter langen Nadeln dienen als Stahlrahmen und Führungsschienen für die Dammtafeln. Auf die gleiche Weise müssen sie die Auflageschienen am Grund des Stauraums in rund acht Meter Tiefe so säubern, dass die untersten Dammtafeln mit ihren Dichtungen wasserdicht aufliegen.

 

Umfangreiche Arbeiten

Spezialfirmen aus Tirol, Norddeutschland und Oberbayern waren mit bis zu sechs Monteuren vor Ort im Einsatz. Wesentliche Aufgabenstellung für diese bestand zum einen im Austausch der aus einem Stück gefertigten, bis zu 24 Meter langen Hartgummidichtungen an den Seitenabschlüssen des 70 Tonnen schweren und etwa acht Meter hohen Stahlkolosses sowie erstmals auch an der Sohle in neun Meter Tiefe. Zum anderen wurden in einem zeitintensiven Prozess sämtliche Außenflächen des Wehrtors bis auf den blanken Stahl gesandstrahlt und mit einem neuen Korrosionsschutz beschichtet. Das  abgetragene Material wurde entsprechend den gesetzlichen bzw. recycelt. Sämtliche beweglichen Teile wie die 16 Meter langen Vorgaben bestimmungsgemäß entsorgt, jeweils 38 Tonnen ziehenden Wehrketten, Zugarme, Getriebe, Motoren. Lager samt Lagerbolzen und Luftsprudeleinrichtungen (zur Verhinderung von Eisbildung) wurden einer intensiven Kontrolle unterzogen und soweit notwendig instandgesetzt. Gleiches galt für alle baulichen Teile aus Beton und Stahl. Alle Schweißnähte, Niet- und Schraubverbindungen, Hydraulikanlagen, Tor-Verankerungen sowie die Armierungen wurden eingehend geprüft und gegebenenfalls ertüchtigt.

Da die Arbeiten aus ökologischen und versorgungstechnischen Gründen nur bis Ende April gestattet sind, wurde bis April 2020 zunächst nur ein Wehrtor ertüchtigt. Während all der Arbeiten lief die Bahnstromproduktion weiter. Ziel der Maßnahmen ist es, den betriebssicheren Zustand der Kraftwerksanlagen langfristig zu sichern und die Wehrfelder für die nächsten 30 Jahre hochwasserschutztauglich zu ertüchtigen, so dass die Deutsche Bahn auch für die Zukunft mit dem zuverlässigen Ökostrom aus Wasserkraft planen kann.


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